Pendasreich

mein Leben und mehr

Was ich täglich so esse

auf 10. August 2012

Mein Name ist Penda und so lautet die Diagnose meines letzten Gesundheitschecks: zu hoher Cholesterinwert, Kurzatmigkeit, ein inakzeptabler Blutdruck sowie eine leicht adipöse Veranlagung. Mama und Papa kennen hierfür deutlichere Worte. Aktuell nennen mich beide liebevoll „Speckie“ oder „Dickerchen“. Darüber hinaus wüssten die zwei nur zu gern, wie ich um alles in der Welt innerhalb von sechs Monaten mehr als 35 Kilo zunehmen konnte. Während ich an diesem Punkt ahnungslos scheine hegt die Gegenseite den leisen Verdacht, dass es an meiner Ernährung liegen könnte. Ihr Vorschlag: ich soll doch mal aufschreiben, was ich täglich so esse. Ein gutes Thema für den Blog auf meiner Site. Hier also für Mama, Papa und meinen Arzt:

MEIN ESSENSPLAN

8:00
Bircher Müsli mit Biobanane und liebevoll geschnitzten Apfelstückchen – so ein Anfängerfrühstück landet garantiert nicht auf meinem Teller. Profis wie ich beginnen den Tag mit Bier und einer Portion Pommes. Heute steht mir der Sinn allerdings mehr nach etwas Süßem. Schließlich entscheide ich mich für Waffelsandwiches. Hierfür backe ich zunächst die Waffeln, belege dann die untere mit Marshmallows, verteile großzügig etwas Sahne, fülle die Zwischenräume mit Schokosauce und schließe den Turm mit einer weiteren Waffel ab. Heruntergespült wird alles mit einer schönen Tasse Hühnersuppe denn auf süß kommt – na klar – salzig. Lecker.

9:30
Habe Appetit auf etwas Herzhaftes und entdecke im Kühlschrank einen Rest Nudelauflauf. Da ich in Eile bin schnappe ich mir einen Löffel und esse das Zeug kalt.

Nachtrag
Musste erfahren, dass es sich bei den vermeintlichen Resten um das geplante Mittagessen meiner Mitbewohnerinnen Yvi, Kathrin und Luise gehandelt hat. Sorry Mädels. Hat aber trotzdem prima geschmeckt.

12:15
Bin einer der ersten in der Mensa – studieren gehe ich ja nicht mehr, doch da gibt’s günstig essen. Heute gibtes Döner satt, einmal zahlen und ab geht die Luzie. Mit allem, ohne Soße, mit Soße aber ohne Zwiebeln….insgesamt verdrücke ich fünf der fleischgefüllten Brottaschen und höre eigentlich nur auf, weil ich in Facebook einen Termin habe.

15:30
Wieder zu Hause. Schocke meine Mitbewohnerinnen, indem ich zwei Erdnussschokoriegel paniere und in der Fritteuse versenke. Muss mir die Frage gefallen lassen, ob ich dieses eklige Zeug etwa auch noch essen will. Ja, ich will. Ist schließlich Kaffeezeit.

16:05
Großes Geschrei, als plötzlich die WG-Katze fehlt. Die Mädels fürchten, dass ihr Lieblingstier ein Opfer meiner Essgewohnheiten geworden ist und jetzt als Schaschlik in der Gefriertruhe wohnt. Bin ein wenig beleidigt, halte aber Schaschlikkatze ganz grundsätzlich für gar keine so schlechte Speiseplanergänzung.

17:30
Bis zum gemeinsamen Abendessen dauert es heute noch zwei Stunden. Da ich bis dahin allerdings schon längst vom Fleisch gefallen sein könnte bereite ich mir vorbeugend einen kleinen Snack zu. Probiere es mit Ei auf Cracker und Remoulade. Zögere nur kurz, als mir mit dem Eigelb Schnabel, Köpfchen und Flügelchen in die Pfanne fallen. Brate die ganze Sache dann aber trotzdem weiter und freue mich, dass ich für mein Geld diesmal soviel bekommen habe.

00:45
Habe meiner Mama zuliebe darauf verzichtet meine Pizzahälfte mit ein wenig Rollmops zu pimpen. Bis jetzt ist alles gut, doch spätestens wenn ich ihr erkläre, dass der Wurm aus der geleerten Tequila Flasche gedünstet gerade Blattsalaten den letzten Pfiff verleiht, wird es mit dem Spaß vorbei sein. Gute Nacht.


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