Pendasreich

mein Leben und mehr

Frauen übers Internet kennenlernen

auf 6. August 2012

Ich habe über Facebook das hübscheste Mädchen der Stadt kennengelernt. Sie ist in meinem Alter. Die vielen Fotos von ihr in den Alben haben mich bereits erahnen lassen, dass hinter dem tollen Gesicht mit den riesigen Augen und unheimlich süßen Schmollmund auch eine vielseitige Lady steckt, die viel unternimmt und Spaß am jugendlichen Dasein hat.
Kleine Nachrichten – immer hin und her – das Interesse wuchs und eine Bindung entstand, so meine Empfindung. Sie singt, ich mache Musik am PC, beide sind wir auf Facebook, unsere ähnlichen Familiengeschichten. Alles passt.

Plötzlich lassen kleine Nachrichten immer länger auf sich warten, das Postfach ist leer, obwohl ich doch sehe, dass mein Traumgirl online ist. Sie agiert auf Facebook, lädt neue Bilder von sich hoch, hinterlässt lustige Kommentare an Pinnwänden anderer Leute und die Freundesliste verlängert sich stündlich – natürlich nur mit Jungennamen.

Ich ärgere mich so sehr, bin eifersüchtig und enttäuscht. Dabei dachte ich wir würden uns bald mal im echten Leben sehen. Mein Vater sagte mir schon: „Es geht den Leuten um nichts anderes als Selbstdarstellung. Fishing for compliments! Sie stellen ihre schönsten Bilder online, nutzen Zitate aus der Weltliteratur, um ihre Persönlichkeit interessant zu beschreiben und warten darauf, entdeckt zu werden. Heute von euch, morgen von vielen anderen.“

Das waren seine Worte und nun lasse ich mich von dem schönsten Mädchen der Stadt an der Nase herumführen. Wieso ich den Kontakt zu ihr nach meinen einsichtigen Worten nicht einfach abbreche?

Ich werde sie wohl nie sehen und meine Freundin nennen können, aber noch schaffe ich es nicht, meinem Traumgirl und Illusionen Goodbye zu sagen.


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