05Seit den 60-iger Jahren mehr und mehr Computer- und PC-Arbeit in die Büros Einzug gehalten hat, hat sich der Büroalltag drastisch gewandelt. Denn die Angestellten können im Büro grundsätzlich den gesamten Tag an ihrem Bürotisch arbeiten, um ihre Aufgaben zu erledigen. Mit der veränderten Arbeitsweise haben sich auch die Büromöbel geändert. Klar ist und war es schon damals, dass stundenlanges arbeiten im Sitzen auf ungeeigneten Stühlen an festen, unbeweglichen Arbeitstischen nicht besonders gesund für den Körper ist. Rückenschmerzen und Verspannungen bis hin zu Kopfschmerzen und sogar psychische Schwierigkeiten können aus der unausgeglichenen und unflexiblen Körperhaltung resultieren. Deshalb wurden Stühle und Tische immer ergonomischer designed, um die Körperliche Unversehrtheit der Angestellten zu schützen.
Ebenso ergab sich seit den Sechzigern ein weiteres Phänomen im Büro. Mit der Digitalisierung der unterschiedlichen Verwaltungsaufgaben, der internen und externen Kommunikation der Betriebe und der völlig neuen Online-Arbeit, verschwand mit den Papierbergen auch die Notwendigkeit von Ablagen und Archiven. Allerdings sind die allerwenigsten Büros heutzutage gänzlich papierfrei, die Gestaltung der Büroausstattung wie auch der Arbeitstische hat sich trotzdem verändert und ein renommierter Satz aus dem Produktdesign wird abermals bestätigt: Form folgt Funktion.
Im Weiteren wird über die verschiedenen verfügbaren Büroeinrichtungen informiert. Dabei werden außerdem die Vorteile ergonomischer Bürostühle und –tische erklärt, die verschiedenen Bürotypen vorgestellt und die Anforderungen ans Büro heutzutage näher erläutert.
Ergonomie im Büro – was darf man sich denn darunter eigentlich vorstellen?
Der Begriff Ergonomie wird oftmals als anderes Wort für eine „gesunde Rückenhaltung“ verwendet. Allerdings versteckt sich dahinter mehr die Lehre des ganzen Ablaufs menschlicher Tätigkeit und Arbeit. Auch im Büroalltag bedeutet Ergonomie nicht ausschließlich die korrekte Körperhaltung auf dem Bürosessel. Nicht nur einfach so werden viele Produkte, die für Schreibtischarbeit notwendig sind, körpergerecht und ergonomisch hergestellt. Vom bekannten den bekannten Büromöbel Produkten, wie ergonomischer Stuhl und Tisch bis zur ergonomischen Maus und Tastatur gibt es eine große Palette an Arbeitsmitteln, die nach den Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Körperbaus gestaltet wurden, um die damit auszuführende Tätigkeit nicht ausschließlich an die körperlichen Gegebenheiten des Menschen anzupassen und ihn damit gesundheitlich nicht zu schädigen. Ebenso wichtig und plausibel ist die förderliche Gestaltung, um einige Hilfsmittel so zu verbessern, dass sie einen ergebnisorientierten, ökonomischen und auch effizienteren Umgang erlauben. Dabei spielen auch Anforderungen wie Nutzerfreundlichkeit nicht nur im gesundheitlichen Sinne eine zentrale Rolle. Hilfsmittel sind auch dann nach ergonomischen Zielen gemacht, wenn sie eine kinderleichte Handhabung ermöglichen und den gesamten Umfang der Arbeit optimieren. Im Büro sind in erster Linie Stühle sowie Tische die wichtigsten körpergerecht-designten Möbel, deren Vorteile im Vergleich zu einfachen Möbelstücken im Folgenden erklärt werden.
Ergonomische Stühle
An die 1500 Std. arbeiten Büroangestellte grundsätzlich in einem Jahr an ihren Bürotischen im Bürostuhl sitzend. Angesichts dieser Zahl sollte man sich dessen bewusst sein, dass es sich bei heutzutage verwendeten Bürostühlen nicht mehr nur um bloße Sitzgelegenheiten handelt, sondern um ein elementares Arbeitsmittel, wie einen Stift. Genauso wie Stifte so designed sind, dass mit ihnen gut und leicht geschrieben werden kann, ohne dass Beschwerden aufkommen und die Schriftart lesbar ist, sollen Bürostühle auch an die Physiologie der Mitarbeiter und besonders an den Aufbau und die Funktion der Wirbelsäule angepasst werden. Zu harte und unflexible Stühle sollten auf jeden Fall aus allen Büros verbannt werden. Sie eignen sich gerade noch für eine zeitweilige Nutzung, zum Beispiel in Konferenzen oder für kurze Kundengespräche. Wer allerdings den gesamten Werktag auf solch einem ungeeigneten Stuhl arbeiten muss, wird nachhaltige Rückenbeschwerden bekommen. Daran ändert längerfristig auch nicht die passende Körperhaltung, Ausgleichssport oder Rückenschule etwas.
Ergonomische Stühle anpassen
Ergonomische Stühle sind so gemacht, dass sie sich genau an den Leib des sitzenden Mitarbeiters anpassen lassen. Verschiedene Möglichkeiten ermöglichen die exakte Optimierung der Körperhaltung nach Körpergröße, Gewicht und ähnlichen persönlichen Beschaffenheiten. Zuerst sollte die optimale Sitzhöhe ausgewählt werden. Dabei ist es wichtig, dass das Knie tiefer als die Hüfte mit einem Winkel von ein bisschen mehr als 90° positioniert werden kann. Deshalb muss die Sitzfläche leicht geneigt eingestellt werden. Um die Sitztiefe zu berichtigen, sollte von Becken und Rücken beginnend, die einen festen Kontakt zur Lehne haben sollten, die Entfernung von Sitzkante und Kniekehle berücksichtigt werden. Dieser muss mindestens 5cm betragen, definitiv jedoch sollte die Kniekehle und Wade die Sitzkante nicht berühren. Die Rückenlehne ist wesentlich zur Entlastung des gesamten menschlichen Rückens gedacht. Dabei muss die nach außen gewölbte Polsterung, die sog. Lordosenstütze, etwa auf Höhe der Körpermitte anliegen, um sich an die natürliche Form des Rückens anzupassen. Zwei zusätzliche Elemente sind bei ein paar ergonomischen Bürostühlen nicht unbedingt gegeben. Dabei geht es zum einen um Armstützen und zum anderen um die Nackenstütze. Erstere fungieren insbesondere als Entlastung des Schulter- und Nackenbereichs und beugen dort Verspannungen vor. Sie sollten anhand der Länge des Oberarms ausgerichtet werden und in eine individuell komfortable und entlastende Stellung gebracht werden. Die Nackenstütze trägt auch zur Entspannung des Nackens und der Schultern bei, indem sie einen Teil des Gewichts des Kopfes trägt. Dabei wird auf die Nackenstütze entweder der Hinterkopf oder der Übergang von Hals und Kopf aufgesetzt. Beide Varianten sind denkbar und vermögen entsprechend der Neigung ausgewählt werden. Die Tiefe der Stütze ist ebenfalls so einzustellen, dass sie als persönlich angenehm empfunden wird.
Ergonomische Tische – das sollten Sie in jedem Fall beachten
Das nächste unverzichtbare Mobiliar an einer Arbeitsstelle, ist der Bürotisch. Durch die fortscheitende Digitalisierung der Arbeitsplätze sind grundsätzlich keine Ablageflächen unter dem Tisch, wie Schubladen mehr nötig. Ganz flexibel vermögen allerdings nach Wunsch Rollcontainer benutzt werden.
Mit Sicherheit sollten auch Tische körpergerecht sein, um die Effektivität der daran verbrachten Arbeitszeit zu verbessern. D. h., dass Tische eine minimale Arbeitsplatte von etwa 80×120 cm besitzen müssten, um ausreichend Platz für Computer, Display, Tastatur und zusätzliche Gegenstände sowie Hilfsmittel zu haben. Das Material der Tischplatte muss kein Licht reflektieren und zudem sollten alle Kanten der Arbeitsplatte abgerundet sein.
Ist der Schreibtisch nicht in der Höhe verstellbar, muss er eine Mindesthöhe von etwa 72cm besitzen. Hierbei muss eventuell der zugehörige Schreibtischstuhl körpergerecht verstellbar sein. Eventuell kann eine Fußbank genutzt werden, um die optimale Sitzhöhe zu gewährleisten. Höhenverstellbare Tische sind in der Regel zwischen 65 und 125 cm einstellbar, in den meisten Fällen durch einen Motor, um den physischen körperlichen Kraftaufwand zu senken. Diese Tische eignen sich vor allem optimal, um Arbeitsphasen zeitweise im Stehen durchzuführen. Diese Phasen wirken sich wohl sehr positiv auf die Rückengesundheit aus und fördern mehr und mehr auch die Aufmerksamkeit und vermindern Ermüdungserscheinungen. Ebenso kommt es durch mehr Bewegung zu einer Anregung des Herz-Kreislaufs.
Für eine uneingeschränkte Beinfreiheit haben sich die sogenannten T- und C-Füße als sehr gut erwiesen. Der klassische Tisch mit vier Tischbeinen kann die Bewegungsfreiheit und den Platz unter den Büroschreibtisch für beispielsweise Computer oder Rollcontainer beschränken. Sichtblenden an der Vorderseite des Tisches sind jedoch denkbar und in manchen Fällen auch hilfreich, um das Durcheinander von Kabeln oder andere Gegenstände, wie beispielsweise Handtaschen des Beschäftigten, zu verbergen.
Ein besserer Weg, mit den Kabeln des Computers und anderen Geräten fertig zu werden, ist natürlich, durch Kabelführungen Ordnung ins Gewirr zu bringen. Einige Schreibtische haben aus diesem Grund integrierte Kabelführungen, etwa durch die Tischplatte oder durch Rohre an beiden Tischbeinen.
Schränke und Stahlmöbel – liegen immer mehr im Trend
Vor allem für die Archivierung bedeutender Schriftstücke und die langfristige Aufbewahrung von Speichermedien, wie Festplatten, eignen sich verschließbare Schränke und Stahlschränke besonders gut. Auch, um persönliche Gegenstände wie Rucksäcke oder Softshelljacken von Mitarbeitern in größeren Büros vor Diebstahl zu verwahren tun Stahlspinde und Schließfächer jenseits des Arbeitsbereichs einen wertvollen Dienst. Als Aufbewahrungshilfen am Büroschreibtisch sind besonders Rollcontainer moderne und flexible Hilfsmittel. Büromöbel aus Stahl offerieren in so gut wie jedem Einsatzfeld tolle Vorzüge. Dank der einfachen Reinigung und Pflege, dem resistenten Stoff und der mittlerweile freien farblichen Gestaltbarkeit von Stahlmöbeln finden sie in zahlreichen modernen Büros Einsatz.
Die Büroplanung – so gehen Sie richtig vor
Bevor Büroeinrichtung blind drauf los geordert werden, sollten auf alle Fälle primär die räumlichen und infrastrukturellen Gegebenheiten im künftigen Büro genauestens geprüft werden. Denn daran orientieren sich die Möglichkeiten, das Büro einzurichten. Dabei sind Dinge wie Infrastruktur und Internetzugänge wenigstens genauso zu beachten, wie nicht echte und echte Lichtquellen, Heizkörper und potentielle Wege innerhalb des zukünftigen Büros. Sobald die Gegebenheiten ordentlich ausgeforscht wurden, kann ein Bürokonzept erstellt werden. Dabei muss berücksichtigt werden, wie viele Arbeitsplätze gebraucht werden und welche Art von Büro für die Räumlichkeiten und das Tätigkeitsgebiet des Unternehmens in Frage kommt.
Am meisten ist in unserem Land das Zellenbüro zu finden. D.h. dass meist diverse Arbeitsplätze in einem einzelnen Raum eingegliedert werden sowie andere Aufenthaltsorte wie die Büroküche oder der Konferenzraum in eigens dafür vorgesehenen Räumen ihren Platz finden. Daneben gibt es das Gruppenbüro. Bestimmte Arbeitsstellen und Abteilungen werden gruppiert und in einem großen und weiten Raum eingegliedert. Meist werden im Zentrum Aktenschränke oder Entspannungsplätze geschaffen. Zwischen Zellenbüro und Gruppenbüro ist das Kombibüro angelegen. Neben einzelnen Arbeitszimmern existieren dort offene allgemeinere Räume mit unterschiedlichen Arbeitsmöglichkeiten.
Büroarten und deren Ausstattung
Großraumbüros wie in den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich befinden sich in Deutschland fast gar nicht. Diese Art von Büro wird von den Angestellten oftmals als unpersönlich und deprimierend beschrieben. Die Lautstärke ist oft sehr hoch, die Vielzahl an Menschen auf einem Raum ist für viele überfordernd und insgesamt wirken Großraumbüros durch wenig Platz und viel Geschehen – als Einschränkung der menschlichen Intimsphäre. Um des Wohlbefindens und der inneren Zufriedenheit der Angestellten willen, sollten Büros aus diesem Grund ausreichend Platz für bestimmte Angestellte anbieten. Obendrein ist es äußerst ratsam, sich ebenfalls Ruheräume und Büroküchen einzurichten.
Um Arbeitsstätten voll zu nutzen und einzelnen Mitarbeitern trotzdem keinen Raum zu entziehen, kann das sog. Desksharing Einsatz finden. Dabei werden, häufig bei Teilzeitkräften oder etwa Mitarbeitern im Vertriebsdienst, die nicht den ganzen Tag an ihrem Schreibtisch sind, einzelne Arbeitsstätten an mehrere Mitarbeiter zugeteilt. Ebenso müssen Verkehrswege binnen des Büros beachtet werden, um Arbeitsunfälle vorzubeugen.
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